Folsäure und Jod in der Schwangerschaft

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Während einer Schwangerschaft hat der Körper der Mutter einen höheren Bedarf an manchen Nährstoffen, was weitestgehend bekannt ist. So nehmen die meisten Frauen zusätzlich Folsäure, wie es mindestens für das erste Drittel der Schwangerschaft empfohlen wird. Weit weniger bekannt ist die Tatsache, dass gerade Folsäure bereits vor der Schwangerschaft eingenommen werden sollte, am besten 400 Mikrogramm täglich für mindestens vier Wochen. Folsäure zählt zu den Nährstoffen, die auch über eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden. Gerade im ersten Drittel, also zu Beginn der Schwangerschaft, ist eine ausreichende Versorgung jedoch sehr wichtig. Folsäure spielt eine große Rolle bei der Zellteilung, die wiederum entscheidend für die Entwicklung und das Wachstum des Babys ist. Bei einem Mangel an Folsäure droht unter anderem der sogenannte offene Rücken. Auch andere Beeinträchtigungen der Gesundheit des ungeborenen Kindes sind möglich bis hin zu einer erhöhten Gefahr von Frühgeburten oder Fehlgeburten.
Ein weiterer Nährstoff, der über die Ernährung in aller Regel nicht in ausreichender Menge aufgenommen wird, ist Jod. Jod ist von elementarer Bedeutung für die Schilddrüse und hängt eng damit zusammen, dass sich das Gehirn des Babys richtig entwickelt. Zu wenig Jod kann dazu führen, dass beim Baby Hördefekte, feinmotorische Störungen oder auch Verzögerungen des Wachstums vorkommen. Der gesteigerte Bedarf in der Schwangerschaft rührt einerseits daher, dass der Fötus den Nährstoff benötigt und andererseits der Eigenbedarf der Mutter jedoch ebenfalls erhöht ist. Dieser größere Bedarf an Jod endet nicht unbedingt mit der Geburt des Babys. Wenn sich die Mutter dazu entschließt, das Kind zu stillen, sollte auch während der Stillzeit auf eine entsprechende Jodzufuhr geachtet werden. Bei Frauen, die an einer Erkrankung, einer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse leiden, wird die Einnahme von Jod vorher genau mit Arzt oder Ärztin besprochen.

Neben einer zusätzlichen Einnahme von Jod und Folsäure kann es auch sinnvoll sein, Eisen zuzuführen. Während der Vorsorgeuntersuchungen wird in regelmäßigen Abständen der Eisenwert kontrolliert. Wenn dabei festgestellt wird, dass dieser niedrig ist, wird die zusätzliche Einnahme von Präparaten mit Eisen empfohlen.

Zwar steigt während einer Schwangerschaft auch der Bedarf an anderen Nährstoffen. Dieser lässt sich aber über die Zusammenstellung der Ernährung im Normalfall decken. Jod, Folsäure und gegebenenfalls Eisen bilden die Ausnahmen. Auf dem Markt gibt es jedoch eine Vielzahl unterschiedlicher Präparate für Schwangerschaft und Stillzeit, in verschiedenen Zusammensetzungen und Preisklassen. Die Auswahl kann es schwer machen, den Überblick zu behalten. Einige Präparate enthalten dabei aber auch Nährstoffe, die gar nicht benötigt werden, dafür fehlen solche, die tatsächlich gebraucht werden. In einigen Präparaten sind empfohlene Nährstoffe auch zu hoch dosiert.
Um bei der Auswahl und den unterschiedlichen Zusammensetzungen den Überblick zu behalten, gibt es eine einfache Lösung: Frauen mit Kinderwunsch sollten dieses Thema am besten beim nächsten Besuch bei ihrer Ärztin/ihrem Arzt ansprechen. Hier gibt es in jedem Fall die korrekten Informationen darüber, welche Nährstoffe wann und in welcher Dosierung benötigt werden. Im Zweifel können Arzt oder Ärztin auch ein konkretes Präparat empfehlen.

Wichtig zur richtigen Nährstoffversorgung während der Schwangerschaft ist auch, nicht auf eigene Faust etwas einzunehmen. Auch zu hohe Dosen von Nährstoffen oder falsche Zusammensetzungen können negative Folgen haben. In Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel holt man also am besten zuerst den ärztlichen Rat ein. Darüber hinaus kann man auf eine besonders gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Auch wenn die Aussage, dass werdende Mütter für zwei essen, noch nicht ganz aus dem Sprachgebrauch verschwunden sind, erhöht sich der Kalorienbedarf von Schwangeren relativ langsam und steigt erst gegen Ende der Schwangerschaft wirklich nennenswert an. Auf ein gesundes Gewicht zu achten, ist ein weiterer Faktor, denn auch eine zu schnelle Gewichtzunahme kann das Baby beeinträchtigen. Daneben gibt es einige Nahrungsmittel, die man in dieser Zeit und der möglicherweise folgenden Stillzeit meiden oder vermehrt essen sollte. Auch hier kann man sich jedoch beim Arzt oder auch bei der Hebamme fundierte Beratung einholen. Für alle weiteren Fragen rund um das Thema Schwangerschaft steht ihre Apotheke ihnen jederzeit mit Rat zur Seite.

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