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Zell- und Gewebeschäden



Ist die Anpassung der Zellen überfordert, so treten mehr oder weniger reversible Schäden auf. Sie sind Gegenstand von zytologischen Untersuchungen.

  • Wenn der Stoffwechsel oder andere Funktionen des Körpers gestört sind, kann es zur Ablagerung von Stoffen innerhalb und außerhalb der Zellen kommen. Sie schränken die Funktion des Gewebes ein und können sogar zum Tod der betroffenen Zellen führen. Bei dauerhaftem Alkoholmissbrauch kommt es z. B. zu Fettablagerungen in Leberzellen, bei der Arteriosklerose deuten Kalkablagerungen auf abgestorbenes oder zumindest eingeschränkt vitales Gewebe hin.
  • Von einem Ödem (Wassereinlagerung) spricht man, wenn sich Flüssigkeit im Bindegewebe zwischen den Zellen ansammelt und das Gewebe zum Anschwellen bringt. Ödeme treten auf, wenn vermehrt Flüssigkeit aus dem Blut austritt (das ist bei allen lokalen Entzündungen der Fall) oder wenn der Blutrückfluss gestört ist (z. B. bei der chronisch venösen Insuffizienz).
  • Bei einem Erguss sammelt sich Flüssigkeit in bestehenden Körperhöhlen wie einem Gelenkspalt oder der Paukenhöhle im Mittelohr an. Er entsteht z. B. durch Blutstauungen oder Entzündungen. Lebensbedrohlich ist der Pleura-Erguss im Brustkorb zwischen Rippen- und Lungenfell.
  • Bei einer Fibrose entsteht zu viel kollagenes Bindegewebe zwischen den Zellen, dadurch nimmt die Elastizität des Gewebes ab und es verhärtet (Sklerose). Ursachen können abgestorbene Zellen, länger anhaltende Entzündungen oder nichtentzündliche Ödeme sein. Ein typisches Beispiel ist die Kapselfibrose im Gewebe um ein Implantat (z. B. bei Brustvergrößerungen) oder der Funktionsverlust der Lunge bei einer Lungenfibrose.
  • Als Nekrose bezeichnet man abgestorbene Organ- oder Gewebebezirke. Mögliche Ursachen sind Sauerstoffmangel, Vergiftungen, physikalische Schäden wie Hitze oder Immunreaktionen (z. B. bei der Abstoßung von Transplantaten). Wenn sich die Nekrose durch Verwesungsprozesse schwärzlich verfärbt, bezeichnet man sie auch als Gangrän oder Brand, da die betroffenen Stellen tatsächlich wie verbrannt aussehen. Häufig sind Extremitäten mit Durchblutungsstörungen betroffen, deshalb müssen sich z. B. Diabetiker oder Personen, die an der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit leiden, besonders intensiv um ihre Füße kümmern.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Thilo Machotta | zuletzt geändert am 16.03.2016 um 17:26


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