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Toxinschocksyndrom



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Toxinschocksyndrom (Toxisches Schocksyndrom, menstruelles TSS): Lebensbedrohliches Krankheitsbild, ausgelöst durch giftige Stoffwechselprodukte (Toxine) des Bakteriums Staphylococcus aureus. Das Toxinschocksyndrom ist eine seltene Erkrankung vor allem junger Frauen. Etwa drei von 100 000 Frauen sind während der Monatsblutung betroffen. Da das Toxinschocksyndrom mit der Verwendung von Tampons in Zusammenhang gebracht wird, wird dafür oft der Begriff Tamponkrankheit verwendet. Der Krankheitsverlauf ist ernst und endet für mindestens jede 30. Erkrankte tödlich. Wird ein Toxinschocksyndrom frühzeitig erkannt, bestehen bei intensivmedizinischer Behandlung aber gute Heilungschancen.

Leitbeschwerden

  • Plötzliches hohes Fieber
  • Blutdruckabfall, Schwindel
  • Fleckiger, sonnenbrandähnlicher Ausschlag mit späterem Ablösen der Haut
  • Erbrechen, Durchfall, eventuell Muskelschmerzen.

Warnhinweis: Bei Anzeichen eines Toxinschocksyndroms müssen Sie sofort den Tampon entfernen und schnellstmöglich eine Klinik aufsuchen!

Die Erkrankung

Das Bakterium Staphylococcus aureus befindet sich auf Haut und Schleimhäuten vieler Menschen, ohne direkt Krankheitszeichen auszulösen. Bei jüngeren Frauen kann es jedoch zu einer starken Vermehrung der Bakterien in der Scheide kommen, wenn sie während der Monatsblutung Tampons benutzen. Diese bleiben mitunter aufgrund ihrer Saugfähigkeit sehr lange in der Scheide und verändern das Scheidenmilieu, sodass die Keime sich ungehindert vermehren und Bakteriengifte (Toxine) bilden können. Auch Verhütungsmittel (z. B. ein in die Scheide eingeführtes Diaphragma) oder Infektionen im Wochenbett können eine derartige Infektion verursachen. Bei Männern und Kindern kann ein Toxinschocksyndrom durch eine Infektion nach einer Operation oder als Folge von Verletzungen auftreten. Die Toxine verbreiten sich sehr schnell im ganzen Körper und führen zur Blutvergiftung (Sepsis).

Das macht der Arzt

Der Arzt stabilisiert unter intensivmedizinischen Bedingungen mit der Infusion von Flüssigkeit und entsprechenden Medikamenten den Kreislauf und versucht, ein Versagen der Organe zu verhindern. Gleichzeitig erfolgt eine intravenöse Antibiotikabehandlung.

Vorsorge

Wechseln Sie Tampons grundsätzlich (auch im Flugzeug oder auf Reisen) mindestens viermal täglich, das heißt spätestens nach 6–8 Stunden.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 29.03.2016 um 16:48


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